Effizienz, Nachhaltigkeit

Wenn Fahrercoaching nicht greift – und was wirklich dahintersteckt

Juni 23, 2026

Undine Rubeze

Principal Product Manager

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Kraftstoffkosten machen im deutschen Straßengüterverkehr rund ein Drittel der gesamten Betriebskosten aus – das zeigen aktuelle Zahlen des Bundesverbands Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL). Kein Wunder, dass Fuhrparkmanager genau hier nach Hebeln suchen. Denn laut ADAC lassen sich durch eine vorausschauende, kraftstoffsparende Fahrweise Einsparungen von bis zu 20 Prozent erzielen. Der logische Schluss: Fahrertraining einführen, Verbrauch senken, Kosten reduzieren.

Doch so einfach ist es in der Praxis nicht. Denn viele Coaching-Programme verpuffen wirkungslos – oder schaden sogar der Arbeitsmoral. Nicht wegen fehlenden Willens, weder auf Seiten der Fahrer noch des Managements. Sondern wegen eines Datenproblems.

Das kennen Sie: Die Situation, die niemand gerne erlebt

Stellen Sie sich vor, Sie sehen beim Durchfahren des Betriebshofs einen Ihrer Fahrer mit laufendem Motor warten – zwanzig Minuten lang. Oder Sie beobachten, wie ein anderer Fahrer kurz vor der Ampel hart in die Bremse steigt, obwohl er die rote Phase längst hätte kommen sehen können. Sie wissen: Das kostet Geld. Bares Geld.

Vielleicht haben Sie das Gespräch gesucht. Vielleicht haben Sie sogar ein formelles Coaching-Programm eingeführt. Und trotzdem: Die Gewohnheiten bleiben. Und manchmal ist die Stimmung im Team danach schlechter als vorher.

Das ist kein Zeichen von schlechtem Management. Tief verwurzelte Verhaltensweisen zu verändern ist um ein Vielfaches schwieriger als ein defektes Gerät auszutauschen. Es ist kein Fahrerproblem und kein Managementproblem. Es ist ein Datenproblem.

Warum Coaching ohne Kontext nach hinten losgeht

Betrachten wir ein Beispiel, das vielen Fuhrparkleitern bekannt vorkommen wird.

Der Kraftstoffbericht landet auf dem Schreibtisch eines Fuhrparkleiters: Thomas verbraucht 15 Prozent mehr Kraftstoff als sein Kollege Markus, obwohl beide auf derselben Strecke unterwegs sind. Der Fuhrparkleiter bestellt Thomas zu sich und fordert ihn auf, seinen Verbrauch auf das Niveau von Markus zu bringen.

Thomas ist nicht begeistert – und er hat einen Punkt: „Markus startet um 4 Uhr morgens und fährt mit einem zwei Jahre alten Transporter auf der Landstraße. Ich bin zur Hauptverkehrszeit in der Stadt unterwegs, mit einem sieben Jahre alten Fahrzeug und schwerer Ladung. Natürlich verbrauche ich mehr Kraftstoff."

Der Fuhrparkleiter weiß, dass Thomas Recht hat – und hat kein Gegenargument. Das Arbeitsverhältnis ist belastet. Thomas zweifelt künftig an der Fairness jedes weiteren Feedbacks. Der Fuhrparkleiter verliert das Vertrauen in seine eigenen Daten. Nichts ändert sich.

Das ist schmerzhaft, vor allem wenn man bedenkt: Fahrer sind grundsätzlich offen für Coaching. Studien zeigen, dass 90 Prozent der Fahrer, die an einem formellen Effizienztraining teilgenommen haben, dieses ihren Kollegen weiterempfehlen würden. Fahrer wollen Feedback – aber Feedback, das ihre realen Arbeitsbedingungen berücksichtigt.

Vier Gründe, warum Ihr Coaching-Programm möglicherweise nicht wirkt

Coaching-Programme zur Fahrereffizienz scheitern typischerweise in einer – oder mehreren – von vier Dimensionen.

1. Kein rechtzeitiges Feedback Viel Coaching ist reaktiv: entweder als Reaktion auf extreme Vorfälle oder als quartalsweise geplantes Ereignis. Wenn das Feedback eintrifft, hat der Fahrer den konkreten Moment längst vergessen. Das Coaching greift nicht dort, wo es darauf ankommt: bei den hunderten von unbewussten Mikroentscheidungen während einer Fahrt.

2. Zu wenig Kontext in den Daten Die meisten Fuhrparks verfügen heute über Telematik. Aber viele Systeme liefern nur Basisdaten – starkes Bremsen, Geschwindigkeitsüberschreitung, Leerläufe – ohne die Umstände zu erklären, die ein sinnvolles Coaching-Gespräch erst möglich machen. Der Fuhrparkleiter weiß, dass etwas passiert ist, aber nicht genug darüber, um dem Fahrer zu erklären, was er konkret hätte anders machen sollen.

3. Zu viele Daten ohne Priorisierung Das gegenteilige Problem: Manche Systeme erzeugen so viele Alarme und Berichte, dass keine sinnvolle Priorisierung mehr möglich ist. Was wirklich dringend ist, geht in seitenlangen Reports unter. Coaching, das etwas hätte bewirken können, findet schlicht nicht statt.

4. Manuelle Prozesse, die zu Lücken führen Viele Fuhrparks betreiben parallel verschiedene Systeme – Dashcams von einem Anbieter, Fahrzeugdiagnostik von einem anderen. Teams müssen manuell zusammenführen, was zusammengehört. Manuelle Prozesse sind fehleranfällig. Übersehene Ereignisse summieren sich zu einem unvollständigen Bild – und zu unfairem Feedback.

Was wirklich zählt: Vertrauen in die Daten

Jeder dieser Fehler untergräbt die Grundlage jeden Coachings – das Vertrauen des Fahrers, fair beurteilt zu werden. Berufskraftfahrer akzeptieren vieles. Dass sie für Dinge zur Verantwortung gezogen werden, die außerhalb ihrer Kontrolle liegen, gehört nicht dazu.

Die gute Nachricht: Zahlreiche Unternehmen haben dieses Problem gelöst und nachhaltige Verhaltensänderungen erzielt – nicht durch mehr Druck von oben, sondern durch bessere Daten. Aktuelle Analysen zeigen, dass sich durch datengestützte Steuerung von Kraftstoff, Routenplanung und Wartung bis zu 15 Prozent der Betriebskosten einsparen lassen.

Dabei haben sie eines gemeinsam: Sie haben zuerst die Coaching-Beziehung repariert, bevor sie Ziele gesetzt haben. Und das war nur möglich, weil sie auf glaubwürdige, kontextbewusste Daten zurückgreifen konnten.

ALSCO Deutschland kennt das Problem fehlender Datengrundlage aus eigener Erfahrung: Ohne vorherige Telematiklösung fehlte dem Unternehmen jede Basis für ein glaubwürdiges Coaching-Gespräch. Nach der Einführung einer integrierten Samsara-Lösung konnten Fahrsituationen erstmals fair und nachvollziehbar bewertet werden – mit dem Ergebnis, dass ALSCO 27 Stunden Verwaltungsarbeit pro Monat einsparte und die Unfallrate signifikant senkte.

Der Logistikkonzern DHL wechselte von sieben unverbundenen Einzelsystemen auf eine einheitliche Plattform – und erzielte damit genau die Datentransparenz, die faires Coaching erst möglich macht. An Standorten mit vollständigem Samsara-Einsatz sank die Fahrerfluktuationsrate um 50 Prozent. Angesichts eines strukturellen Fahrermangels von bis zu 100.000 fehlenden Berufskraftfahrern in Deutschland ist das kein Nebeneffekt, sondern ein strategischer Hebel.

Ob ALSCO mit 455 Fahrzeugen an 20 deutschen Standorten oder DHL mit tausenden Fahrern europaweit – in beiden Fällen war es nicht Managementdruck, der Verhaltensänderungen ausgelöst hat, sondern die Qualität der Daten. Erst als Fahrer sahen, dass ihre individuelle Situation fair abgebildet wurde, entstanden Vertrauen und die Bereitschaft zur Veränderung.

In allen Fällen war es nicht Managementdruck, sondern Datenqualität, die dauerhafte Verhaltensänderung ermöglichte.

Eco-Driving: Coaching, das Fuhrparkleiter und Fahrer ernst nimmt

Samsara Eco-Driving ist eine Fahrercoaching-Lösung, die auf dem Prinzip der Fairness basiert. Statt Fahrer mit dem flottenweiten Durchschnitt zu vergleichen, bewertet Eco-Driving jeden Fahrer im Kontext seiner tatsächlichen Betriebsbedingungen: Fahrzeugtyp, Beladung, Streckenprofil, Verkehrsdichte. Die Punktzahl eines Fahrers spiegelt wider, was er realistischerweise beeinflussen kann – und nichts, was außerhalb seiner Kontrolle liegt.

Das schafft die Grundlage für Coaching-Gespräche, die Fahrer ernst nehmen und denen sie vertrauen.

Dabei berücksichtigt Eco-Driving auch betriebliche Besonderheiten. Ein Kühlfahrzeug muss den Motor beim Halt laufen lassen, um die Ladetemperatur zu halten – dieser „produktive Leerlauf" ist kein Fahrerfehler. Deshalb lassen sich in Eco-Driving konfigurierbare Ausgangswerte für Ihr Unternehmen festlegen, damit niemand versehentlich für regelkonformes Verhalten bestraft wird.

Und weil der Abstand zwischen Ereignis und Feedback entscheidend ist, schließt Eco-Driving diese Lücke automatisch: Fällt der Punktestand eines Fahrers unter einen definierten Schwellenwert, erhält er direkt über die Samsara-App eine auf ihn zugeschnittene Selbstcoaching-Sitzung – zeitnah, individuell und ohne zusätzlichen Aufwand für das Management.

Angesichts steigender Dieselkosten, wachsender CO₂-Mautbelastung und zunehmendem Druck durch die CSRD-Berichtspflicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Fahrereffizienz systematisch anzugehen – auf eine Art, die Ihre Fahrer mitnimmt statt gegen sich aufzubringen.

Berechnen Sie jetzt, wie viel Ihr Fuhrpark durch kontextbewusstes Coaching einsparen könnte.

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